Sennerpokal 2018 "größtes Fußballturnier Süddeutschlands"

Eine Woche lang vom 22.Juli bis 29.Juli, kämpften 33 Fußballmannschaften der Herren bei "dem wohl größten Fußballturnier Süddeutschlands" um den begehrten Titel " Sennerpokal-Sieger 2018".Favorisiert waren bei dem von EMT -Thomas Stolle mit gesponsertem Turnier die drei Landesliga Absteiger:TSV Köngen; FV 09 Nürtingen, der Rekord Sieger 1.FC Frickenhausen und der diesjährige Landesliga Aufsteiger die TSV Oberensingen.Die TSV Oberensingen, setzte sich dann auch im Finale nach Elfmeterschießen gegen die tapfer kämpfenden Fußballer des TSV Grötzingen durch und wurden Sennerpokal- Sieger 2018.Im kleinen Finale gewann der 1 FC Frickenhausen gegen Bempflingen und wurde 3. Gewinner.

Aber auch guten Frauenfußball konnte man bewundern. Beim Blitzturnier zwischen FV 09 Nürtingen (Verbandsliga), Sindelfinger Ladies (2. Bundesliga) und der TSG Hoffenheim II (2. Bundesliga).
Bei heißen Temperaturen um die Mittagszeit mussten die "Mädels" Willensstärke zeigen.

EMT - Thomas Stolle sponserte das Turnier mit Sonderpreisen " Mental Training" für die drei ersten Gewinner des Turniers.
Zusätzlich gab es für jede gute Torspieler Aktion oder besonders schön herausgespieltes Tor ein Sixpack "Riegele Commerzienrat - Sennerpokal Edition".

Alle Helfer, Sponsoren und Sportler waren nach dieser intensiven Woche im Flow.

 

 

Interview mit der "Club Legende" Dieter Nüssing zum Thema Mentaltraining

Hallo Dieter.

Dieter du hast als Spieler 104 Bundesliga Spiele bestritten und 13 Tore erzielt. In der Zweiten Liga waren es 299 Spiele und 99 Tore. Du warst auch Juniorennationalspieler der U23.

Du bist ein Idol und die "Legende des Clubs".

Aber nicht nur als Spieler hast du eine sportliche Vergangenheit. Auch als Trainer hast du Zeichen gesetzt und wichtige Erfahrungen gesammelt. Als Spieler- Trainer bei Herzogenaurach, beim SC Feucht; VFL Frohnlach; den FCN Amateuren und BSC Erlangen.

Als Leiter des NLZ und Koordinator des Amateur-und Jugendbereiches des 1.FC Nürnbergs, hast du ab 2004 maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Talentschmiede des Clubs.

Diese Erfahrung aus allen Bereichen des Profifußballs sind für dich sicher wichtige Skills in deiner heutigen Tätigkeit als Scout der Amateure und Jugend des 1.FC Nürnberg.

Im nachfolgenden Interview mit dir, möchte ich gerne Deine Erfahrung und die Entwicklung des mentalen Bereichs im Jugend- und Profifußballs durchleuchten.

Interview mit der "Club Legende" Dieter Nüssing

1.FC Nürnberg vom 24.06.2018

Thomas Stolle:

Dieter du hattest 1969 als 19 jähriger eine extreme Phase erlebt. 3 Trainerwechsel innerhalb von 4 Wochen, Abstiegskampf beim Club und am Ende der Saison auch tatsächlich der Abstieg. Wie bist du mit dieser Situation zurechtgekommen?

Dieter Nüssing:

Für mich war das alles nicht einfach. Weil es war gerade mein erstes Profijahr 18,19 Jahre in der Bundesliga und dann auch bei so einem Traditionsverein, da ist der Druck auch immens größer wie wenn ich bei einem anderen Verein der das kennt, es war ja damals das erste Mal wo der Club in so einer Phase war. Als wenn du bei einem normalen Verein spielst, der das halt gewohnt ist. Das hoch und runter. Nun mittlerweile ist der Club das auch gewohnt (lacht...). Aber damals war es das erste Mal und das hat einen schon befasst und hat einen im Kopf auch so mitgenommen, dass man vielleicht gar nicht die richtige Leistung bringen konnte. Man hatte schon vorher Angst zu verlieren und das ist ja dann auch Leistungshemmend. Man traut ich dann nicht das zu was man kann, das ist leistungshemmend und ich glaube dass da einige Kollegen ähnliche Probleme hatten.

Thomas Stolle:

Hattest du in dieser Phase jemanden der dich in dieser Situation unterstützt hat?

Dieter Nüssing:

Nein, das gab es in dieser Zeit noch nicht.

Thomas Stolle:

Seit 2004 gibt es das Talent Förderprogramm. Eingeführt vom damaligen DFB

Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder.

Dieter Nüssing:

Ja,…Sammer war glaube ich noch dabei.

Thomas Stolle:

Du warst damals beim Club der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums.

Dieter Nüssing:

…ich wurde Leiter. Am 1.7.2004 wurde das damals vom DFB zwingend

gefordert. Dass jeder Verein der 1. und 2. Bundesliga so ein

Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) einführt. Dann bin ich das geworden. Es ging

in den ersten 2-3 Jahren um den Aufbau, die Strukturen. Danach ging es dann

schon weiter mit der Zertifizierung. Man war da dann gezwungen ein gutes NLZ

hinzustellen, damit man dann als Verein 1,2 oder 3 Sterne bekommt. Da achten

die Vereine drauf, weil diese NLZ auch vom DFB finanziell unterstützt werden.

Ob man da 1,2 oder 3 Sterne bekommt ist schon ein großer Unterschied. …in

Euros.

Thomas Stolle:

Und wie wichtig ist für dich heute und auch in der Zukunft dass nicht nur die

sportliche, sondern auch die mentale Förderung der jungen Spieler

vorangetrieben wird.

Dieter Nüssing:

Das ist zurzeit ja auch Pflicht. Alle Erstligisten, müssen einen Sportpsychologen

haben. Ob sie einen Mental Trainer haben, ist glaube ich den Vereinen selbst

überlassen. Es wird auf dieser Ebene auf jeden Fall viel getan. Auch die

schulischen Förderungen, die Projekte mit diesen Sportschulen. Die Vereine

verlangen auch von den Spielern, dass die schulischen Leistungen stimmen und

sie einen Abschluss der mittleren Reife (Realschule) oder Abitur (Gymnasium)

schaffen. Je nach Person. Nicht jeder kann Abitur machen. Sie sollen ihren

schulischen Abschluss machen, denn wenn man junge Menschen von zu Hause

weg holt, muss man als Verein darauf achten, dass die auf einen geraden Weg

kommen. Und Verantwortung übernehmen für die Eltern, die ihre Kinder dann vielleicht

nur 1 oder 2-mal im Monat sehen.

Thomas Stolle:

Das heißt, es wird heute nicht mehr nur auf das sportliche geachtet, sondern

auch auf das gesamte Umfeld?

Dieter Nüssing:

Ja, wenn ein Spieler nicht so mitzieht oder sich ganz dagegen stellt, oder wir

dauernd Beschwerden haben von den Schulen, dann kann es auch mal sein dass

der Spieler vom Training gesperrt wird und er schulisch nacharbeiten muss. Und

auch vor die Frage gestellt wird: Entweder er zieht mit oder er muss das Internat

verlassen.

Thomas Stolle:

Derzeit läuft die Fußball WM in Russland. Mit teils überraschenden Ergebnissen.

"Kleine Nationen", gibt es heute fast gar nicht mehr. Die Fußball Welt ist enger

zusammengerückt. Man sieht es teilweise an Afrikanische Staaten.

Dieter Nüssing:

…Island.

Thomas Stolle:

…genau Island nicht zu vergessen.

Thomas Stolle:

Es sind oft Nuancen die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Meiner Meinung nach liegt dieser Unterschied im mentalen Bereich.

Siehst du das auch so?

Dieter Nüssing:

Ja, das ist Mentalität. Mentalität besiegt immer Talent. Es nützt nichts wenn ich

gut Fußball spielen kann und mich aber gegen Zwänge im Spiel nicht wehren

kann.

Wenn einer mental stark ist und ein Herz hat und lauf und zweikampfstark ist.

Da schauen auch viele Trainer darauf. Nur Talent reicht nicht. Die würden

durchfallen.

Thomas Stolle:

Du hattest vorher schon erwähnt, dass es mittlerweile jetzt Pflicht ist in einem

NLZ einen Sportpsychologen angestellt zu haben. Ich glaube da spielt auch viel

die Geschichte damals mit Robert Enke und seinem Suizid eine Rolle. Da ist man

nochmals sensibler geworden.

Aus diesem Grund haben glaube ich viele Vereine diese Sportpsychologen

angestellt um frühzeitigen Auffälligkeiten zu erkennen.

Sind aber dem Mental Training gegenüber immer noch skeptisch.

Was könnten deiner Meinung nach die Gründe hierfür sein?

Dieter Nüssing:

Es gibt natürlich auch viele Scharlatane. Das muss man sagen. Es gibt sehr gute

Leute und es gibt aber auch viele Leute die darauf aufspringen um damit viel

Geld verdienen zu wollen. Aber gar nicht die Ausbildung dafür nachweisen

können.

Da sind die Vereine zur Vorsicht gezwungen. Nicht dass sie dafür viel Geld

zahlen und im Endeffekt nützt das halt nichts. Deshalb ist es auch wichtig, dass

die Mental Trainer eine Ausbildung mit bringen und Zertifikate haben, dass man

erkennen kann dass der "Mann/Frau" was gemacht hat in dieser Sache.

Thomas Stolle:

…da wären wir schon bei der nächsten Frage.

Trainer und Spielerberater müssen in Deutschland zertifiziert sein.

Dieter Nüssing:

…Spielerberater nicht mehr, Trainer schon. 2015 haben sie das bei

Spielerberater abgeschafft.

Thomas Stolle:

Es ist schon wichtig die Seriosität und Qualität zu sichern.

Die Berufsbezeichnung Mentaltrainer ist in Deutschland noch nicht gesichert.

Du hast es vorher schon gesagt, wenn es mehr lizensierte Mental Trainer geben

würde, die eine Qualifikation nachweisen können die Akzeptanz in der

Fußballwelt und in der Öffentlichkeit größer werden würde.

Dieter Nüssing:

…auf jeden Fall. Das ist immer so. Wenn du als Trainer keinen Schein hast, ist

das schon ein großer Nachteil. Weil der keine Ausbildung hat. Auch wenn er in

den Unteren Ligen Erfolg hat.

Es ist wie in der Schweiz. Zertifikate, Zertifikate, Zertifikate. Wenn man das

nachweisen und fundieren kann. …ich war da und da, das ist schon ein großer

Unterschied, als wie wenn man so daher kommt ohne Ausbildung.

Thomas Stolle:

Man sieht immer wieder im Fußball, auch Champions League oder jetzt bei der

Fußball WM verschiedene "Blackouts" von Profis.

Könntest du dir vorstellen, wenn das Mental Training im Jugendbereich

intensiviert wird, dass man diese Blackouts reduzieren und die

Leistungsentwicklung, Leistungsbeschleunigung forcieren könnte?

Dieter Nüssing:

Das wäre sicherlich machbar, aber Blackouts von einzelnen Personen lassen sich

nicht verhindern. Das kommt ja auch auf höchstem Niveau vor. Dass man Fehler

macht ist menschlich.

Thomas Stolle:

Würdest du dir wünschen, dass einzelne Jugendspieler zusätzlich noch Mental

Training in ihr Trainingsprogramm mit aufnehmen um ihre Leistung noch zu

verbessern und mit Druck noch besser umgehen zu können?

Trotz dieser vielen Talente die wir haben, schaffen es ja nur ganz wenige in den

Profi Bereich.

Dieter Nüssing:

Ja, das ist auch wirklich sehr schwer. Wenn bei uns von hundert Jugendspielern

aus dem NLZ,  2-3 hochkommen, dann sind wir schon sehr zufrieden.

Und der Club ist ein Verein, der in den letzten Jahren sehr viele Spieler nach

oben gebracht hat. Die dann halt wieder verkauft wurden. Das ist Teil unserer

Geschäftsphilosophie. Ausbilden, Verkaufen, wieder ausbilden und verkaufen.

Thomas Stolle:

Zusammengefasst würde das heißen die Ausbildung von jungen Spielern

mit qualifizierten Mental Training zu verbessern, um so die Chance auf die Profi Karriere zu erhöhen.

Vielen Dank Dieter für dieses Interview und dass Du dir die Zeit genommen hast.

Ich wünsche dir ein glückliches Händchen beim Scouting und dem Club eine

erfolgreiche Saison 2018/2019 im Jugend- und Profi Bereich.

Kontakt

EMT Thomas Stolle

Brunnenstr. 21
72649 Wolfschlugen bei Stuttgart

Telefon +49 (0) 70 22 95 10 10
Mobil +49 (0) 17 0 80 24 29 0

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